
NEWS
KULTURSPEKTRUM REIHE –gefördert durch:

2026 Veranstaltungen
Um 14 Uhr zog es die Besucher dann hinüber zur Klosterruine. Unter der Leitung von Maria Porske ging es rund um die historische Anlage, deren Inneres seit einigen Jahren für Besucher verschlossen bleibt. So blieb auch an diesem Tag nur der Blick von außen – der Geschichte Paulinzellas tat das Interesse jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die Führung war außerordentlich gut besucht und zeigte vielleicht gerade deshalb, wie groß der Wunsch ist, dieses bedeutende Denkmal wieder unmittelbar erleben zu können.
Danach durfte die Geschichte allerdings ein paar Jahrzehnte überspringen.
Im Klostergarten warteten Petticoats, Rockabilly und jede Menge Musik. Bevor es richtig losgehen konnte, verlangte die Technik zunächst ein wenig Aufmerksamkeit – und Geduld. Der Soundcheck dauerte länger als geplant, doch schließlich waren Lautsprecher, Mikrofone und Musiker einer Meinung und der ausgelassene Teil des Nachmittags konnte beginnen.
Den musikalischen Auftakt – und zugleich den Praxistest für die Technik – übernahmen Udo Decker am Klavier, Adrian Schröder am Schlagzeug, Alberto Travagli am Bass und Julia Coulmas am Gesang. Als musikalische Vorhut meisterten sie den etwas unfreiwillig verlängerten „Soundcheck mit Publikum“, bevor die Bühne für das weitere Programm bereit war.
Für kommende Veranstaltungen darf nun auch unsere technische Ausstattung ein wenig mit der Kulturbrauerei in die Zukunft wachsen. Ein neues Mischpult und leistungsfähige Lautsprecher stehen jedenfalls ganz oben auf unserer Wunschliste. Sollte sich unter unseren Lesern zufällig ein musikbegeisterter Sponsor befinden: Wir hätten da eine Idee …


Für den schwungvollen Sound sorgte anschließend Fräulein Swing mit Phillipa Thomas und Julia Coulmas am Gesang, begleitet von Anna Albu am Saxofon, James Williams am Klavier, Axel Jost am Schlagzeug und Alberto Travagli am Bass. Mit Rockabilly, Swing und den passenden Klassikern dauerte es nicht lange, bis vor der romanischen Kulisse getanzt wurde.
Einen ganz besonderen musikalischen Beitrag gestaltete auch der Quittelsdorfer Frauenchor unter der Leitung von Christina Fichtner. Bei „Que Sera, Sera“, „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini“ und natürlich „Wochenend und Sonnenschein“ war das Lebensgefühl der 50er-Jahre endgültig im Klostergarten angekommen. Der Chor passte wunderbar in diesen nostalgischen Nachmittag und wurde vom Publikum ebenfalls herzlich aufgenommen.
Und während die einen tanzten, ließen es sich die anderen schmecken. Die Kulturbrauerei sorgte für kühle Getränke, Anjas Kantine für allerlei Leckeres vom Rost und die Bärenbachfreunde servierten im Kreativraum des Amtshauses frisch gebrühten Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. So konnte man zwischen Musik und Geschichte immer wieder zusammensitzen, erzählen und einfach den Sonntagnachmittag genießen.
Auch für die jüngsten Sommerfrischler gab es einiges zu tun: Hüpfburg, Hula-Hoop, Zuckerwatte und Sackhüpfen sorgten dafür, dass Langeweile an diesem Nachmittag kaum eine Chance hatte.
Am Ende zeigte dieser erste Tag der Sommerfrische in Paulinzella vor allem eines: Ein historischer Ort muss nicht stillstehen, um seine Geschichte zu bewahren. Man kann den Geschichten einer fast 900 Jahre alten Klosterruine folgen, sich mit einem schwierigen Kapitel thüringischer Geschichte beschäftigen – und wenig später bei Rock ’n’ Roll und „Que Sera, Sera“ im Klostergarten tanzen.
Vielleicht ist genau das die besondere Mischung, die Paulinzella ausmacht.
Unser besonderer Dank gilt der Zukunftswerkstatt Schwarzatal für das Rahmenprogramm, der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten für die Führung rund um die Klosterruine, den Forstämtern Paulinzella und Gehren für die Bereitstellung des Festgeländes sowie Falk Erhardt und seinem Team für den Auf- und Abbau der Bühne.
Ebenso herzlich bedanken wir uns bei allen Helferinnen und Helfern, Musikerinnen und Musikern, den beteiligten Vereinen und Unternehmen – und natürlich bei den vielen Besucherinnen und Besuchern, die Paulinzellas ersten Tag der Sommerfrische mit uns gefeiert haben.
Denn was wäre eine Sommerfrische ohne ihre Gäste?



Tag der Sommerfrische 2026 in Paulinzella
Wenn im Klostergarten „Wochenend und Sonnenschein“ erklingt, Röcke über die Tanzfläche schwingen und zwischen den alten Mauern plötzlich Rock ’n’ Roll zu hören ist, dann darf man sich ruhig für einen Moment fragen, in welchem Jahrzehnt man eigentlich gelandet ist.
Am Sonntag, dem 23. August 2026, stand das Schwarzatal ganz im Zeichen der Sommerfrische – und Paulinzella war zum ersten Mal mit dabei. Zwischen Kulturbrauerei, Amtshaus, Klosterruine und Klostergarten entstand ein abwechslungsreicher Tag, an dem Geschichte und Musik, Nachdenkliches und Ausgelassenes erstaunlich gut nebeneinander Platz fanden.
Bereits von 11 bis 15 Uhr öffnete die Kulturbrauerei ihre Türen. Bei Führungen konnten neugierige Besucher das alte Gebäude erkunden und dabei nicht nur einen Blick in seine Räume werfen, sondern auch einiges über seine wechselvolle Geschichte erfahren.
Nachdenklicher wurde es bei der Ausstellung „Nach Brasilien! Hintergründe und Spurensuche zu einer Dorftragödie von Böhlen 1852“, die von Dieter Lange und Hans-Günther Schneider erarbeitet wurde. Sie erzählt von den Menschen aus dem thüringischen Böhlen, die Mitte des 19. Jahrhunderts ihre Heimat verlassen und nach Brasilien auswandern mussten.
