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2026 Veranstaltungen

Wenn Baustelle und Kultur aufeinandertreffen

Wo sonst gearbeitet, gehämmert und gebohrt wird, erklingt Musik. Bereits zum dritten Mal wird die Kulturbrauerei Paulinzella zum Schauplatz des Baustellenkonzerts – und der Einstieg macht sofort deutlich, dass dieser Konzertabend anders wird.

In diesem Jahr findet das Konzert im kleinen Rahmen ausschließlich für Vereinsmitglieder und geladene Gäste statt – für Menschen, die die Kulturbrauerei begleiteten und im Laufe des Jahres unterstützten.

Das Konzert beginnt mit einem ungewöhnlichen Bild: Bauarbeiter Mario, gespielt von Luis Pallarolas, steht auf einer Leiter und scheint zunächst ganz in seine Arbeit vertieft. Doch plötzlich macht er eine überraschende Entdeckung: Er findet ein Saxofon.

Was zunächst wie eine kleine Szene aus dem Baustellenalltag wirkt, entwickelt sich zum musikalischen Startschuss des Abends. Luis greift zum Saxofon und eröffnet damit das Konzert. Aus dem Bauarbeiter wird ein Musiker – und aus der Baustelle ein Konzertort. Damit ist der Ton für den weiteren Abend gesetzt: Musik, Humor, Zauberei, moderne Technik und Oper begegnen sich inmitten der noch nicht abgeschlossenen Sanierung.

Durch das Programm führt anschließend Thorsten Happel, Magier und Wahrnehmungsveränderer, der das Publikum nicht nur moderierend durch den Abend begleitet, sondern mit seinen Taschenspielertricks immer wieder für Überraschungen sorgt.

Der Höhepunkt des Konzerts ist die Uraufführung der Todesszene aus der Oper „Das Nonnenkreuz“, die auf einer hiesigen Legende basiert. Die Musik stammt von Brent Douglas, Florida, USA, das Libretto von Julia Coulmas, Thüringen, Deutschland.

Die dramatische Szene wird von Christine Fichtner als Hildegard, Ruth Brooks als Paulina und Phillipa Thomas als Roswitha gestaltet. Hildegard und Paulina erscheinen dabei als holografische Projektionen, während Roswitha in einer winterlichen Waldlandschaft ihre letzten Minuten besingt – zwischen Himmel und Erde hin- und hergerissen.

Der zweite Teil des Baustellenkonzerts beginnt mit einem musikalischen Abstecher in die Klassik: Luis Pallarolas interpretiert ein Werk von Wolfgang Amadeus Mozart. Damit setzt das Konzert zunächst einen eleganten und vertrauten Akzent, bevor sich das Programm Schritt für Schritt in Richtung Jazz, Chanson und populärer Musik öffnet.

Den Auftakt übernimmt Ruth Brooks mit „Youkali“ von Kurt Weill. Das Stück entführt das Publikum in eine Welt der Sehnsucht und der Träume. Danach ist Phillipa Thomas mit „So in Love“ zu hören – ein zeitloser Liebessong, der die romantische Stimmung weiterführt.

Mit „La Vie en Rose“ bringt Ruth Brooks anschließend französisches Lebensgefühl auf die Bühne. Der Klassiker steht wie kaum ein anderes Lied für die romantische Vorstellung, die Welt durch die rosarote Brille zu sehen.

Danach wechselt das Programm erneut die Atmosphäre: Phillipa Thomas singt „The Way You Look Tonight“, einen der großen Klassiker des amerikanischen Songbooks.

Doch das Konzert endet nicht mit den amerikanischen Klassikern. Zum Abschluss kehrt das Baustellenkonzert noch einmal zur klassischen Musik zurück. Julia Coulmas präsentiert „Summertime“ aus George Gershwins Porgy and Bess und setzt damit einen besonderen, stimmungsvollen Schlusspunkt.

So spannt der zweite Teil einen weiten musikalischen Bogen: von Mozart über Kurt Weill und französisches Chanson bis zu amerikanischen Klassikern – und schließlich zurück zu Gershwins großer Musik.

Und so zeigt sich für ein paar Stunden, was in der Kulturbrauerei einmal entstehen kann: Wo sonst gearbeitet, gehämmert und gebohrt wird, wird gesungen, gespielt und gestaunt. Die Baustelle bleibt eine Baustelle – aber für einen Abend ist sie vor allem eines: ein Ort der Begegnung und Kultur.

Bis neulich.

© 2021 by KBP

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